Charakteristische Attribute – Auswirkungen im Kampf

Ein Spielbeispiel zu Legenden von Celeira.

Diesmal kommentiere ich wie sich die charakteristischen Attribute auf den Kampf auswirken.
[Eine allgemeine Erklärung zu den Spielbeispielen findet ihr im Artikel Anmerkungen I.]

Spielbeispiel III.

•Einleitung:
Die Waraya – Die ewig weiten Grasfarn Ebenen.

Omaria lagert am Rande alter verfallener Ruinen. Eine verwitterte Säulenreihe ist das einzige, dass von den alten Bauten aus der Kasskarenzeit übrig geblieben ist. Die steinernen Überreste sind von Farnen und Moss überwuchert. In einer Senke hat sich ein Tümpel gebildet, dort wachsen schlanke Schachtelhalme die von laut quakenden, blaubäuchigen Unken bewohnt werden. Sie schmecken grässlich, doch das stört Omaria nicht. Über einem kleinen Feuer, auf Halme gespießt, garen sie vor sich hin:

Omaria:
“Ich hocke vor dem Feuer, den Blick gegen Himmel gerichtet.”

Erzähler:
Es ist später Nachmittag, ein langer warmer Abend steht dir bevor.

Der Erzähler legt eine Karte für Omarias Wahrnehmung:

Karte: Rauch
Nachteilige Seite: Blindheit

Omaria:
“Ich bin ein wenig müde vom Tag, der Geruch der gebratenen Unken lassen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ich bin nicht sehr wachsam, greif’ aber instinktiv zu meinem Kurzschwert. Was sehe ich?”

[Der klassische Einsatz der Karten um zu bestimmen, ob bzw. was der Charakter wahrnimmt. (Mann kennt das von Wahrnehmungswürfen. Nur dass darauf geachtet wird, keine Eindrücke zu vermitteln, denn das ist Aufgabe der Spieler). Omaria ist gerade abgelenkt und hat kein charakteristisches Attribut, das ihre Wahrnehmung beschreibt. Laut ihrer Charakterbeschreibung hat sie sich aber über die Jahre ein Gefühl für Gefahrensituationen angeeignet, und sie hat außergewöhnliche Reflexe. Aufgrund der nachteiligen Bedeutung: Blindheit entscheidet sich die Spielerin, dass Omaria eher Abwesend ist aber Instinktiv zur Waffe greift. Darauf Rücksicht nehmend beschreibt der Erzähler die Handlung.]

Erzähler:
Die schritthohen Farnwedel bewegen sich ruckartig.

Omaria:
“Mir stellt’s die Nackenhaare auf.”

Erzähler:
Ein Myr springt zähnefletschend auf dich zu. Es is ein zähes, abgekämpftes Vieh, von Narben übersät. Die ellenlangen Reißzähne zielen auf deinen Nacken.

Omaria:
“Aus der Drehung ziehe ich mein Schwert, hole weit aus und springe zur Seite.”

[Omarias Geschwindigkeit und Reflexe erlauben es ihr dem Angriff zu entkommen. Einem langsameren Charakter hätte der Erzähler wohl eine Karte gelegt]

Erzähler:
Die Klinge streift die Schuppenstacheln als er hinter dir landet. Er dreht dir Flanke zu und fletscht die Zähne. Knurrend beginnt er dich zu umkreisen.

Omaria:
“Ich hocke mich hin, richte die Klinge auf den Myr und mustere ihn. Ist es ein Weibchen?”

[Einer ihrer Tutoren in der Arena von Shibajo, ein erfolgreicher Bestienbändiger, hat ihr viel über diverse Tiere beigebracht.]

Erzähler:
Nein, definitiv nicht. Seine Hörner sind imposant und von den Machtkämpfen ganz schartig. Er knurrt herausfordernd.

Omaria:
“Ich halte noch inne und lege die Ohren nach hinten an. Zumindest sollte mir kein Rudel im Nacken sitzen, aber ein erfahrenes Männchen könnte einen jungen Gefährten haben. Dann bewege ich mich geduckt Richtung Säulen.”

[Myrs greifen des öfteren Reisende an. Weibchen im Rudel, Männchen meist alleine. Sie sind kräftig, zäh, sehr schnell und können einen Baku mit einem Biss ihrer “Säbelzähne” (und ein wenig Durchhaltevermögen) töten.]

Erzähler:
Er folgt die Vorsichtig, zum Sprung bereit, da hirscht (zu Deutsch: rennt) ein zweiter Myr von schräg hinten auf dich zu.

Omaria:
“Ich weiche zwischen den Säulen aus, versperre ihm den Weg.”

Erzähler:
Mit voller wucht prallt er gegen die Säule. Der Alte setzt nach und schlägt wild mit den Klauen nach dir, um dich zu Fall zu bringen.

Omaria:
“Ich hiebe mit der Klinge gegen die Klaue der Bestie und tauche zur Seite, um Beide vor mir zu haben.”

Erzähler:
Der alte Myr knurrt auf. Nur eine Schramme und setzt dir nach.

Omaria:
“Mit einem gezielten Stoß ramme ich ihm die Klinge in den Hals, packe ihn und versuche ihn ruhig zu halten.”

[Omaria ist agil, entschlossen, gefeit und kampferfahren, in der Arena hatte sie oft Gelegenheit gegen “wilde” Bestien zu kämpfen. (Eigentlich sind die Arenabestien alles andere als wild, sie sind extra für die Arena dressiert, gut genährt, den Lärm der Menge gewohnt und ziemlich effizient im töten von Gladiatoren.) Was dazu führt, dass sie den Myr ohne weiteres mit einem gut platzierten Stich tötet.]

Erzähler:
Er jault laut auf.

Der junge Myr schüttelt benommen seinen Schädel und kommt hinter den Säulen hervor. Dann hält er mit weit aufgerissenen Augen inne.

Aus dem alten weicht die Kraft. Er atmet schwer und bäumt sich noch ein letztes mal auf.

Omaria:
“Ich weiche zurück, starre dem jungen in die Augen.”

[Die Arena hat Omaria sehr dominant gemacht. Das geht auch an dem jungen Myr nicht vorbei, der ein wenig verunsichert ist nachdem sein Gefährte gestorben ist.]

Erzähler:
Das alte Männchen geht vor dir zu Boden. Er schnauft noch einmal, dann bleibt er leblos liegen.

Omaria:
“Ich atme ruhig und beobachte den Anderen.”

Erzähler:
Er schnuppert, stellt die Stachelmähne auf und knurrt leise. Dann zieht er sich in die Weite der Farnebene zurück…

20130404-220950.jpg

Ein junger Waraya Myr

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *